Das Beatmungsgerät

Gesellschaftlicher Mehrwert

COVID-19 hat das Jahr 2020 fest im Griff und stellt eine ungemeine Herausforderung für die ganze Welt dar. Trotz vorbeugender Hygienemaßnahmen breitet sich das Virus weiter aus. Ein Teil der Infizierten erkrankt schwer und ist dringend auf eine gesicherte Sauerstoffzufuhr angewiesen. In vielen Fällen müssen die Betroffenen künstlich beatmet werden, was bereits jetzt in einigen Ländern zu einer Knappheit an Intensiv-Beatmungsgeräten geführt hat. Die weltweiten Produktionskapazitäten der etablierten Hersteller wurden zwar deutlich erhöht, doch sie stoßen bereits jetzt an ihre Grenzen. Insbesondere Entwicklungsländer kann dieser Mangel besonders hart treffen.

Deswegen entwickeln wir ein einfaches Beatmungsgerät für die Intensivmedizin, welches zum Einsatz kommen kann, sobald der Bestand an herkömmlichen Beatmungsgeräten knapp wird. Wir verwenden für den PV1000 – The People’s Ventilator ausschließlich ressourcenschonende und verfügbare Materialien. Dafür haben wir in kurzer Zeit alternative Lösungskonzepte entworfen und werden kritische Komponenten in Eigenleistung umsetzen.

 

Funktionsweise

Der PV1000 entspricht den Ansprüchen intensivmedizinischer Beatmung und kann Patienten über mehrere Wochen beatmen. Zusätzlich ist unser Gerät einfach und robust gestaltet, damit seine Funktion auch unter schwierigen Bedingungen, zum Beispiel in Notlazaretten oder entlegenen Teilen der Welt, gewährleistet ist.
Seit Anfang der 1980er Jahre kommen in Beatmungsgeräten zunehmend Mikroprozessoren zur Regelung von Atemwegsdruck und Gasfluss zum Einsatz, der Antrieb erfolgt elektromagnetisch. Die Gerätefunktionen wurden immer mehr durch Sensoren verfeinert, was eine anspruchsvolle Regelung von Flüssen und Drücken sowie ausgeklügelte Alarmierungskonzepte bei Fehlfunktionen erlaubt. Auch das Bedien- und Anzeigekonzept wurde zunehmend auf elektronische Komponenten umgestellt.

Der PV1000 entspricht diesen Vorgaben und bietet eine relevante Auswahl der von Intensivmedizinern gefragten und gewohnten Beatmungsmodi inklusive Mess- und Alarmierungsfunktionen. Grundsätzlich kann unser Beatmungsgerät alle üblichen Beatmungsformen (druck-kontrolliert, volumen-kontrolliert, getriggert, mit Spontanatmung, etc.) leisten.

Beatmungsgeräte sind Medizinprodukte der Klasse IIb und unterliegen den nationalen Medizinproduktgesetzen bzw. der neuen EU-Medizinprodukteverordnung (MDR), sowie den zugehörigen Betreiberverordnungen, die eine Vereinheitlichung innerhalb der EU gewährleisten und die Sicherheit für Anwender und Patient garantieren. Als aktive Medizinprodukte dürfen Beatmungsgeräte nur von Personen angewendet werden, die hierfür qualifiziert und in die Handhabung des jeweiligen Gerätetyps eingewiesen sind. Zudem dürfen sie auch nur von qualifiziertem Personal hergestellt und unter Einhaltung der Normen entwickelt sowie produziert werden.

 

Unsere Lösung

Der PV1000 – The People’s Ventilator ist ein einfaches und kompaktes, aber dennoch vollwertiges Intensivbeatmungsgerät, welches zur Deckung des Spitzenbedarfs weltweit geeignet ist. Das Gerät wird aus den Druckgasleitungen eines Krankenhauses mit reinen medizinischen Gasen versorgt und benötigt eine elektrische Stromversorgung (110 – 240 V AC). Bei einem reduzierten Funktionsumfang bezüglich der Beatmungsformen erfüllt das Gerät alle relevanten Sicherheitsanforderungen eines Seriengeräts.

 

Skalierbarkeit

Nach dem klinischen Test des Prototyps warten zwei weitere große Herausforderungen auf uns – die Produktion und die Verteilung des PV1000. Wir wollen uns realistische Ziele stecken, weshalb wir im ersten Schritt mit der Hilfe von Partnern aus Industrie und Wissenschaft insgesamt 1.000 Beatmungsgeräte produzieren wollen.

Durch den modularen Aufbau lassen sich im zweiten Schritt bei Bedarf auch größere Stückzahlen erreichen.